1970 – die ersten Töne als Jux im Karneval
Alles begann zu Karneval 1970 im neuen Siedlungsgebiet Köln-Flittard „hinter der Bahn“. 1969 hatte sich dort die Nachbarschaftsgruppe „Veedelsverein Neu-Flittard“ gefunden und setzte den Plan um auch im Karnevalszug von Flittard mitzugehen. Da stand die bunte Gruppe mit ihren Kostümen und dem Motto „Meer wulle och met maache – de Siedler kumme“.
Fünf Väter um die vierzig überlegten sich, dass da auch Musik dazu gehört. Die Fünf griffen zu Akkordeon, Fanfare, kleine Trommel, große Trommel und Teufelsgeige und so war ein musikalisches Quintett geboren, welches noch nicht ahnte, was sich daraus ergeben würde. Sie zogen stolz mit Musik zum Aufstellplatz in der Paulinenhofstrasse. Mit Beginn des Zuges erklangen ihre Lieder und alle sangen kräftig mit.


Das Repertoire war natürlich sehr begrenzt und bestand aus Mariechen war ein Frauenzimmer und Kaiser Wilhelm. Schon am gleichen Abend stand für die Musikanten fest, „dat wor esu schön, mer maache wigger“. Tatsächlich traf man sich daraufhin das Jahr über, um für den nächsten Karnevalssonntagszug mehr Lieder einzuüben.
Im nächsten Jahr 1971 war das Motto des Veedelsvereins Neu-Flittard „Neue Regeln im Verkehr“ und es wurden weitere Instrumente angeschafft um das Repertoire mit Fanfarenmärschen zu erweitern. In diesem Jahr klang alles schon viel kultivierter.
1972 Jahr hatte der Veedelsverein das Motto „Heinzelmännchen von Köln“ zum Thema gewählt. Die Musikanten des Veedelsvereins hatten sich besonders eingekleidet und erschienen in schmucken Landsknechtskostümen, die Rolf Udelhoven von einer Reinigung erworben hatte. Jetzt war die Musikgruppe bereits eindeutig erkennbar und bereits auf zehn Musikanten angewachsen. Neben Fanfarenklängen waren auch Flöten zu hören. Es hatte sich ein Fanfaren- und Tambourcorps gebildet.




Es wurde geblasen und gepfiffen was die Lungen hergaben. Natürlich hatten die Musikanten, wie auch schon im Vorjahr, besonders viel abwechselnd bei Rolf Udelhoven im Keller geprobt. Wir bekamen die ersten Auftritte und wurden zur Teilnahme am Karnevalszug in Buchforst angesprochen.
1973 wurde die Geburtsstunde des Clownkostüms, welches bis heute zur Karnevalszeit nur in Kleinigkeiten abgeändert tragen. Weil die meisten Kinder und Jugendlichen des Veedelsvereins an uns Gefallen fanden und mitmachen wollten bekam die Musikgruppe weiter Zuwachs. So hatten wir uns in diesem Jahr schon wieder verdoppelt und waren bis auf zwanzig Spieler angewachsen. Es war im Grunde auch das Geburtsjahr unseres Tambourcorps, denn die meisten Mädchen und Jungen spielten Flöte und Trommel.





Das Jahr 1974 war ein weiterer Meilenstein für uns, denn neben dem Sonntagszug, der für uns unter dem Motto „Tünnes und Schäl“ lief, kamen weitere Auftritte hinzu. So spielten wir auf der großen Kindersitzung in der Schützenhalle vor rund 600 Personen und fanden großen Anklang. Es folgten weitere Auftritte, so z.B. auf dem Kirchenchorball in der Gaststätte Becker (heute „Flittarder Hof“), im Kloster (zu dem Zeitpunkt noch ein Altenheim in Flittard auf der Flittarder Hauptstrasse – heute abgerissen) und erstmals auf der Frauensitzung, die damals noch „In den Büchen“ stattfand. Wir gingen bereits zum zweiten Mal im Buchforster Samstags-Karnevalszug mit. Erstmals nahmen wir auch am Dellbrücker Dienstagszug teil und bekamen die ersten größeren Gagen.






