1975 – die Musikgruppe wird zum Musik-Corps Köln-Flittard
In diesem Jahr trat der Veedelsverein mit seiner Musikgruppe als „Putzlappengeschwader“ an und stellte die größte von 13 Gruppen im Flittarder Sonntagszug. Erstmals mit dabei waren auch Nicht-Veedelsvereins-Mitglieder in der Musikgruppe, die aktuell aus 10 Erwachsenen sowie 18 Kindern bestand. Aufgrund der Größe trennten sich die Musikgruppe vom Veedelsverein Neu-Flittard und nannte sich von nun an Musik-Corps Köln-Flittard gegr. 1970.



Im Verlaufe des Jahres stieg die Mitgliederzahl schon auf die stattliche Zahl von dreißig Aktiven. Mit dieser großen Zahl von Spielern wurde der Keller bei Rolf Udelhoven zu klein. Zum Glück bekamen wir Räumlichkeiten in der neueröffneten PAULINE, die wir dank der Unterstützung von Frau Heufken und Frau Kühn ab da regelmäßig als Proberaum nutzen konnten.
Von jetzt an wurde jede Woche zweimal eine Stunde geprobt und zwar getrennt nach Flöten und Fanfaren. Dies bedeutete für die Spieler, die zwei Instrumente spielten, sowie für Trommler und Lyren, dass sie bereits zweimal zwei Stunden pro Woche proben mussten. Seit der Umstellung der Naturfanfaren auf Ventilfanfaren konnten ja auch Lieder und Märsche mit Halbtönen gespielt werden. Nicht zuletzt dadurch konnten wir in diesem Jahr unsere musikalische Qualität nochmals steigern. Unser Repertoire war mittlerweile nicht mehr nur auf Karneval zugeschnitten.
Zum Flittarder Sonntagszug 1976 hatte der Veedelsverein NeuFlittard das „Baby Kostüm“ kreiert. Es war ein tolles Bild einer mittlerweile sehr großen Gruppe. Die Kostüme für die Kinder der Musikgruppe mussten von vielen fleißigen
Händen nur für diesen Tag genäht werden. Den Mülheimer Dienstagszug begleiteten wir im Clownkostüm. Im Laufe des Jahres stieg unsere Mitgliederzahl schon auf 45 Aktive an. Die Mitglieder wohnten nicht mehr alle in Flittard.





Für den Flittarder Sonntagszug 1977 kleidete wir uns als „Hänneschen und Bärbelchen“ ein. Im Buchforster Samstagszug und dem Mülheimer Dienstagszug dagegen trugen wir schon traditionell unser Clownkostüm. Als „Uniform“ in den ersten Schützenzügen, für die wir zwischenzeitlich auch angefragt wurden, trugen wir weißes Hemd/Bluse mit schwarzer Hose und unsere roten Westchen, die aus dem Karnevalsumzug „Hänneschen und Bärbelchen“ stammten.




Im Jahr 1978 wurden viele Eltern mit Strickarbeiten betraut, damit das Musik-Corps den Sonntagszug als „Biene Maja“ mitgehen konnte. Es ist schon bewundernswert, wie viele Menschen sich zusätzlich engagiert haben, nur um das Musik-Corps am Karnevalsonntag besonders einzukleiden.
Besonders zu erwähnen ist, dass die Musikgruppe die An- und Abreise zu den Karnevalszügen nach Buchforst und Mülheim mit der KVB bestritt. Rolf Udelhoven musste gerade bei diesen Gelegenheiten beweisen, dass er stählerne Nerven hat. Bei den Kindern und Jugendlichen waren durchaus Personen dabei, die auch einmal über die Stränge schlugen und für deren Verfehlungen sich Rolf Udelhoven bei deren Eltern zusätzlich rechtfertigte bzw. einsetzte.
Es häuften sich die Auftritte über das Jahr und unser Bekanntheitsgrad wuchs. Am 18. Juni 1978 steht in der Zeitung, dass das „Musik- und Fanfarencorps Köln-Flittard“ auf dem Jugendsportfest in Flittard für musikalische Unterhaltung gesorgt hat.





Die Noten zu dieser Zeit waren immer noch unsere Hilfsnoten, die sowohl für die Flöten als auch für die Bläser in fleißiger Arbeit durch „abhören und aufschreiben“ in der Regel von Rolf Udelhoven erstellt wurden.
Es wurde zielorientiert am musikalischen Weiterkommen gearbeitet und ständig Geld in Instrumente investiert. Hierbei tauschten wir dann in den nächsten Monaten unsere Ventilfanfaren gegen Trompeten ein. Zuerst waren es gebrauchte Instrumente, die dann später je nach Notwendigkeit durch neue Instrumente ersetzt wurden. Zusätzlich bekamen wir nun auch Bässe (Tenorhörner) und eine Tuba hinzu. Von da an waren unsere Bläser keine Fanfarengruppe mehr, sondern eine Blasmusikkapelle. Dadurch konnte unser Tambourcorps gemeinsam mit den Bläsern Märsche spielen. Das war natürlich eine tolle Sache und fast einmalig in ganz Köln – ein Verein, der Tambourcorps und Blasmusik liefert.






Wir nutzten immer noch alle Möglichkeit uns musikalisch Fortzubilden und schickten unsere Flötisten und Trommler auf angebotene Lehrgänge des Lyra-Musikhauses nach Münster. So bekam das Musik-Corps ersten Kontakt mit der Notenkunde. Die Teilnehmer der Kurse gaben das Gelernte in den Proben weiter. Schon bald waren im Tambourcorps hörbare Erfolge zu verzeichnen. In dieser Konstellation waren wir für Schützenzüge sehr gefragt und bekamen viele Angebote. Allein in Solingen wurden wir von einem Schützenfest zum anderen gereicht und waren in Solingen-Wald, -Gräfrath, -Höhscheid und Auf der Höhe dabei. Natürlich spielten wir auch bei Schützenzügen im näheren Umkreis. Wir spielten Platzkonzerte im Auftrag der Stadt Köln im Stadtgarten Köln-Mülheim wie auch im Schlosspark von Stammheim.
In dieser Zeit füllte sich unsere Kasse. Wir konnten neue Instrumente kaufen und uns die noch heute bekannten roten Samt-Jacken zulegen.
